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Nanopartikel - Fluch oder Segen?

Nanopartikel werden heiss diskutiert. Zu Recht. Bei Nanopartikeln gilt es genau hinzuschauen, um welche es sich handelt.

 

Nanopartikel sind weder für das blosse Auge, noch unter dem Mikroskop sichtbar. Erst unter dem Elektronenmikroskop ist ihre Struktur zu erkennen.

Während feste Nanopartikel aus dem medizinischen Bereich Nebenwirkungen hervorrufen können, ist dies bei den flüssigen Nanopartikeln, wie sie dermaviduals benutzt, nicht der Fall. Flüssige Nanopartikel dringen nicht durch die Haut, da sie bereits mit den Barriereschichten des Stratum corneums fusionieren und von dort ihre Wirkstoffe gezielt freisetzen. Alle Inhaltsstoffe werden biologisch abgebaut. 

Nanopartikel haben aufgrund ihrer Zusammensetzungen eine hohe Affinität zur Hornschicht. Wirkstoffe können mit Hilfe dieses Transportsystems besser in die Haut penetrieren. 

Die Kapsel eines Nanopartikels besteht aus Einfachmembranen (Monolayer) eines Stoffes, der unsere Haut bestens kennt. Er wird in der Natur zum Aufbau der Zellmembranen benötigt. Dieser Stoff trägt den Namen Phosphatidylcholin (PC).

Das PC in der Hülle von flüssigen Nanopartikeln liegt also nicht wie bei den Liposomen als Bilayer (Lipiddoppelschicht), sondern als Monolayer vor. Es verhält sich aber ganz analog. Nach der Fusion mit den Barriereschichten wandert das PC weiter in tiefere Hautschichten oder wird letztendlich in die physiologischen Einzelbestandteile - Fettsäuren, Glycerin, Phosphorsäure und Cholin - zerlegt. Daher ist die Sperrfunktion der Hautbarriere nach wenigen Stunden wiederhergestellt.

 

 

 

Der Kern von Nanopartikeln besteht aus einem Ölkörper. Der Ölkörper kann öllösliche Wirkstoffe wie Vitamin A, Vitamin E, Vitamin C-palmitat, Carotin, Coenzym Q10 oder Nachtkerzenöl aufnehmen. 

Nanopartikel-Dispersionen haben eine wässrige Konsistenz, eignen sich daher hervorragend nicht nur für lokale Behandlungen, sondern auch als Lotionen, die frei von spreitenden Substanzen (Kriechöle) sind und eine ausserordentlich hohe Fettung erzeugen. Dabei werden die fettenden Komponenten nicht an der Oberfläche abgelagert, sondern ziehen in die Barriereschichten ein. Ein grosser Vorteil der Nanopartikel ist, dass sie frei von Emulgatoren sind. Dadurch werden die Fettbestandteile bei Kontakt der Haut mit Wasser nicht wieder ausgewaschen. Lotionen auf Nanopartikelbasis kommen mit einem Minimum an Hilfsstoffen aus, was insbesondere sensibler Haut sehr entgegen kommt.

 

Der Abschluss

Nach der Fusion von Nanopartikel und Liposomen mit der Hautbarriere ist diese noch sehr durchlässig. Darum empfiehlt es sich, zum Schluss eine DMS-Basiscreme zu applizieren. Die Basiscreme stellt die ursprünglichen Eigenschaften der Hautbarriere wieder her. 

Veröffentlicht am 28/07/2020

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